Was der Berg schenkt, verschwenden wir nicht.
Geschichten aus einem Thermalbad, das sein Wasser ernst nimmt.
Wir reden hier nicht darüber, wie wir ein besseres Etikett bekommen. Wir erzählen, wie das Wasser bei uns behandelt wird, wohin die Wärme geht, wenn sie unsere Becken verlässt, und warum das für Menschen im Dorf einen Unterschied macht.
51 Grad. 40 Jahre. Null Öl.
Das Wasser, in dem du hier liegst, ist Jahrzehnte im Fels unterwegs gewesen. Es kommt mit 51 °C aus der Quelle — geschenkte Wärme, keine Kilowattstunde von uns. Seit 2015 kein Tropfen Öl. Wir erzählen die letzte Etappe seiner Reise: die, die bei uns anfängt.
Was übrig bleibt, wärmt das Haus nebenan.
Wenn unser Thermalwasser die Becken verlässt, ist es immer noch warm. Zu warm, um es einfach wegfliessen zu lassen. Also fliesst es nicht weg — es zieht ins Nachbarhaus.
Ein Thermalbad produziert riesige Mengen warmen Abwassers. 120 m³ sammeln sich bei uns im Auffangbecken, immer noch mit etwa 34 Grad. Das ist die Restwärme einer jahrzehntelangen Reise durch den Berg — man wirft sie nicht einfach weg.
Früher lief das Wasser ungenutzt in die Kanalisation. Warmwasser, das niemandem mehr wärmte, obwohl es die halbe Nachbarschaft hätte heizen können. Bis 2015 haben wir für unsere Heizung Öl verbrannt — wie fast jeder grössere Betrieb in den Bergen.
Heute übergeben wir die Restwärme an unsere Wärmepumpen. 180 Kilowatt Systemleistung, drei Häuser beheizt. Eines davon: das Haus City direkt neben uns — mit Wohnungen, Geschäften, Restaurants. Ein normaler Alltagsort im Dorf, mitten drin, geheizt vom Bad nebenan. Und was am Ende immer noch übrig ist, fliesst in die neue Fernwärmezentrale der Gemeinde und wärmt weitere Häuser in Leukerbad.
Eine warme Wohnung nebenan, gefüllt mit einem Wasser, das vor Jahrzehnten Regen war.
Fakten
- Auffangbecken: 34 °C, 120 m³
- Wärmepumpen: 180 kW Systemleistung
- Drei Häuser beheizt — eines davon das Haus City (Wohnungen, Geschäfte, Restaurants)
- Kompletter Öl-Ausstieg seit 2015
- Überschuss geht in die neue Fernwärmezentrale der Gemeinde Leukerbad
Und was kommt noch?
Drei weitere Geschichten sind in Arbeit — über die Anreise, über die Menschen, die unser Essen aus dem Wallis anbauen, und über das Team, das seit Jahren bei uns bleibt. Wir veröffentlichen sie, wenn die Menschen dahinter Zeit für ein Foto und ein Gespräch haben.